Werbe-Theorie
Kommunikationswissenschaftler, Psychologen und Marketingexperten beschäftigen sich mit Werbung, Werbewirkung, dem Verhalten der Menschen und dessen Beeinflussung, der Analyse und der Gestaltung erfolgreicher Werbekampagnen usw. Es ist ein breites Feld, das im Rahmen der Werbung untersucht wird. Ständig fließen neue Erkenntnisse in weitere Forschungsarbeiten ein. Besonders Internet und Handy ermöglichen neue Formen der Werbung – Sinn und Sinnhaftigkeit neuer und bekannter Methoden werden ständig weiter erforscht und analysiert.
Jeder weiß, was Werbung ist, was Werbung aber noch alles ist, soll hier kurz erläutert werden. Es gibt verschiedene Sichtweisen, von denen alle ihre Berechtigung haben. Werbung kann zum Beispiel als versuchte Verhaltensbeeinflussung betrachtet werden. Hier kommen ethische Aspekte ins Spiel – der Konsument soll und kann nicht manipuliert werden (darüber gibt es viele spannende Sichtweisen und Diskussionen), sein Verhalten soll aber dennoch beeinflusst werden, er soll dazu gebracht werden, das beworbene Produkt zu kaufen.
Werbung kann auch als geplanter Kommunikationsprozess verstanden werden, der gezielt Wissen, Meinungen und Einstellungen beeinflussen will. Werbung soll Informationen vermitteln und Reaktionen auslösen, Reaktionen wie die Veränderung einer Einstellung oder eine Änderung des Verhaltens in dem zum Beispiel die Marke gewechselt wird.
Informieren und überzeugen sind die zentralen Anliegen der Werbung. Im riesigen Produktangebot würde sich der Konsument ohne Werbung kaum mehr zurecht finden. Werbung erleichtert die Entscheidung, wenn man vor einem Regal mit unzähligen Mineralwasser-Marken steht oder vor einer riesigen Auswahl an Haarshampoos. Das Wiedererkennen von Marken erleichtert den Einkauf, Informationen über Produktneuheiten können nur über Werbung an möglichst viele Konsumenten gebracht werden – so zumindest die Argumente der Werbetreibenden.
Werbung ist aber immer auch Kritik ausgesetzt. Manche Kampagnen setzen stark auf Provokation, manchmal müssen Spots sogar abgesetzt werden. Kritisiert wird vor allem das Wecken von Bedürfnissen durch Werbung, Bedürfnisse, die der Konsument vorher nicht hatte. Der oft zitierte Spruch „Advertising makes us buy things we don’t need with money we don’t have.“ macht das deutlich. Diese Aussage wurde aber auch immer wieder widerlegt. Bedürfnisse können durch Werbung nicht geschaffen werden, es kann nur aufgezeigt werden, wie bestehende Bedürfnisse befriedigt werden können, so die Argumente der Gegenseite. Das Bild einer Frau mit Rasierschaum im Gesicht und dem Rasierer in der Hand ist der Klassiker für diese Argumentation.